Psycho-Blog vom 27.02.2008 - gegen 18.45 Uhr MEZ - Perma-Link
- Klimaschutz durch Biosprit? -
Zu den aktuell diskutierten Maßnahmen zum Klimaschutz zählt der Einsatz von sog. Biosprit, also Treibstoff, der aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird.
Nach Vorstellungen der EU sollen Treibstoffe bis 2020 mindestens 10 % Biosprit (Ethanol) enthalten:
Auf diese Weise soll u.a. der Ausstoß von Treibhausgasen verringert werden. Allerdings hat der damit einsetzende Run auf Biosprit in der Gesamtbilanz die gegenteilige Wirkung: Durch den Einsatz von Düngern werden weitaus klimaschädlichere Treibhausgase freigesetzt als durch die Verwendung von Biosprit an Kohlendioxid eingespart wird. Des weiteren reichen die Anbauflächen für Mais und Raps in Europa und den USA bei weitem nicht aus, um den jetzt künstlich angefeuerten Bedarf zu decken. Was dazu führt, dass die benötigten Pflanzen vermehrt in Ländern der dritten Welt angebaut werden - wofür dann wiederum Regenwälder abgeholzt werden, die für den Klimaschutz viel wertvoller sind:
Ein "Nebenproblem" des "Biosprits" besteht darin, dass die Preise für Lebensmittel anziehen und für Menschen in der dritten Welt unbezahlbar werden, weil Biosprit aus solchen Rohstoffen hergestellt wird, die bislang als Nahrungsmittel Verwendung finden.
Insgesamt sind die Lebensmittelpreise im vergangenen Jahr weltweit um 40 % gestiegen, was sich auch auf Hilfsprogramme der UNO auswirkt:
Zudem scheint ein Sprit mit Beimengungen aus Ethanol auch nicht für jeden Motor geeignet zu sein. Autos, die dies nicht vertragen, müssten auf das teuerere Super Plus zurückgreifen. In Deutschland sind nach Berechnungen des ADAC bis zu 1.5 Millionen ältere Autos davon betroffen:
Allerdings scheint es auch einige Pflanzen zu geben, die als Basis für die Produktion von Biosprit eine vergleichsweise gute Umweltbilanz bieten, weil sie deutlich mehr Energie liefern als für den Anbau benötigt wird, und bei denen auch keine Auswirkung auf die Preise von Nahrungsmitteln zu erwarten sind, da sie als solche nicht zu gebrauchen sind:
Möglicherweise steckt ja im Biosprit noch einiges Potential. Unter den aktuellen Voraussetzungen kann "Biosprit" allerdings nicht als Lösung für das Problem mit dem Kohlendioxid angesehen werden.
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Nicht zuletzt ist es allerdings auch eine Frage des sparsamen Umgangs mit Ressourcen. Was das eigene Verhalten bei der Nutzung von Energie und bei der Verwendung eines Fortbewegungsmittels aber auch was die Entwicklung von Transportmitteln anbelangt.
Wobei die Autoindustrie noch sehr viel nachzuholen hat, nicht nur bezogen auf den bisherigen Trend zu besonders leistungsstarken Sport- und Geländewagen. Auch "normale" Autos aus den Segmenten Klein- und Mittelklassewagen verbrauchen heute nicht sehr viel weniger als vor 20 oder 30 Jahren, u.a. weil sie immer schwerer werden.
Ebenso wie beim Umgang mit den Regenwäldern in Ländern wie Indonesion und Brasilien, ist auch beim Energieverbrauch ein Blick auf die Entwicklung in aufstrebenden Schwellenländern zu werfen... um dort ggf. ein bisschen auf die Finger zu klopfen:
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2. Kommentar von Gucky gepostet am 28.02.2008 / 18:24 Uhr: Die angeführten Beispiele zeigen sehr deutlich, daß das nicht die Lösung aller Klimaprobleme sein kann. Sind ja auch eigentlich nur einfache Rechenaufgaben. Wenn ich 100 t irgendwovon erzeuge um 50 t einzusparen, sieht die Bilanz wirklich sehr schlecht aus. (die Zahlen habe ich jetzt mal nur als Beispiel gewählt). Was ich mich immer wieder frage ist folgendes: Wenn doch bekannt ist, daß z. B. Autos ein Klima"killer" sind (wg. der Emissionen) und Erdöl auch nicht unbegrenzt mehr hält, warum unternimmt man nicht größere Anstrengungen, Autos zum Beispiel mit anderen Antriebsarten zu versehen ?
Ich meine, gewisse Ansätze gibt es ja schon (Hybrid-Antrieb oder Gas). Aber warum hört man so wenige von Sonnenenergie (für Autos jetzt) oder Wasserstoff ?
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