Besucherzähler (seit 01.08.2005)
Noch mal Bloglinks

GeoURL re-loaded
Resistance is futile!
We are BLOGS!
|
Startseite Archiv FAQs Newsletter RSS-Feed Impressum Datenschutz
zum nächsten Beitrag ... zum vorherigen Beitrag
Psycho-Blog vom 07.05.2010 - gegen 09.00 Uhr MESZ - Perma-Link
- Welche Wirkung haben Prominente in der Werbung? -
Derzeit geistert eine Studie durch die Medien, die darauf verweist, dass Werbung mit Promis bei Deutschen nicht gerade gut ankommt und vermutlich nicht effektiv ist:
80 Prozent der Bundesbürger wollen keine Prominenten in der Werbung! (Frankfurter Magazin)
Ich will an dieser Stelle ein wenig genauer auf diese Form von Werbung eingehen und mich mit den Ergebnissen dieser Studie kritisch auseinandersetzen.
In der Werbepsychologie geht man davon aus, dass die Verwendung von Prominenten im Vergleich zu anderen Gestaltungsmitteln eine recht hohe unwillkürliche Aufmerksamkeit bewirkt. Dabei kann man von folgender Reihenfolge einer abnehmenden Aufmerksamkeitswirkung ausgehen:
1. Prominente
2. unbekannte Personen
3. sonstige realistische Bilder
4. abstrakte Bilder und Symbole
5. bloßer Text.
Des weiteren haben viele (allerdings sicherlich nicht alle!) Prominente aufgrund ihrer Bekanntheit einen Sympathiebonus. Dabei kann vermutet werden, dass die Sympathie für das Modell auf das beworbene Produkt übertragen wird.
Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das Modell selbst wirklich einen solchen Sympathiebonus aufweist. Und dies möglichst bei einer deutlichen Mehrheit von Personen innerhalb der Zielgruppe.
Folgende Personen sind z.B. für mich persönlich ein Grund, ein Produkt und eine Dienstleistung eher nicht zu kaufen: Dieter Bohlen, Heidi Klum... Lustig finde ich ja auch, dass z.B. Dieter Bohlen gleichzeitig Werbung für fette Bratwürste und Diätmargarine macht. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ein Modell auch glaubwürdig sein sollte 
Für mich persönlich sympathische Modelle sind dagegen: George Clooney, Michael Schumacher, Rudi Assauer. Wobei allerdings auch auf eine Wechselwirkung von Modell und beworbenem Produkt hingewiesen werden muss. Wer mir zunächst sympathisch ist, aber z.B. Werbung für Glücksspiele macht, der büßt bei mir dadurch deutlich an Sympathie ein.
Welches Modell nun tatsächlich Sympathie bewirkt, dürfte von Person zu Person erheblich variieren 
***
***
Problematisch ist allerdings, wenn bestimmte Details der Werbung zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dies ist v.a. bei Werbung mit Sex-Appeal der Fall, kann aber auch bei Werbung mit Prominenten auftreten. Man spricht hier auch von einem Vampir-Effekt. Der Rezipient widmet sich dabei einen bestimmten Element der Werbung, beachtet aber kaum das Produkt und vermag sich daher auch später nicht mehr an das konkrete Produkt erinnern. Das ist v.a. dann der Fall, wenn die Werbung überhaupt nicht zum Produkt passt (z.B. ein sexy Model, das vor einem Auto posiert) und wenn verschiedene Konkurrenzprodukte kaum voneinander unterscheidbar sind.
Hier wäre es dann tatsächlich sinnvoller, inhaltlich herauszustellen, worin man sich von Wettbewerbern unterscheidet und dabei auch einen hohen Wiedererkennungswert zu erzeugen. - Z.B. fand ich es recht passend, als Mike Krüger für eine gleichnamige Kaffeemarke geworben hat, oder vor kurzem Sky Dumont für Sky (früher Premiere).
Ein weiterer Punkt, der in dieser Studie angesprochen wurde, ist allerdings kritisch zu hinterfragen: "dass sich nach eigener Einschätzung 76 Prozent der Bundesbürger ohnehin nicht von Promi-Werbung beeinflussen lassen" ... Auf Selbsteinschätzungen darf man in diesem Bereich nicht allzu viel geben. Die meisten Menschen glauben nämlich, dass sie sich generell nicht von Werbung beeinflussen lassen, weil es nicht gerade positiv für das eigene Selbstbild ist, wenn man sich als beeinflussbar erlebt und auch dies auch noch zugibt.
Die Wirkung von Werbung lässt sich allerdings nicht allein an bewusster Erinnerung oder einer bewussten positiven Einstellung gegenüber einem Produkt festmachen. Von erfolgreicher Werbung kann beispielsweise auch dann gesprochen werden, wenn einem im Supermarkt ein vorher beworbenes Produkt bekannt vorkommt, ohne dass man sich bewusst an die Werbung dafür erinnert. Und die meisten Menschen präferieren eher Bekanntes 

...
Interesse an Vorträgen oder Gastbeiträgen von mir zu diesem oder anderen psychologischen Themen? Meine Kontaktdaten finden Sie im Impressum 
***
***
Kommentar zu diesem Beitrag abgeben
Hinweis zur Kommentarfunktion: Kommentare der Leser werden nach einer redaktionellen Überprüfung "von Hand" hier eingefügt. Ich bitte daher um etwas Geduld, wenn ein abgegebener Kommentar nicht sofort erscheint!
Bisher 1 Kommentar
1. Kommentar von schlafmuetze gepostet am 08.05.2010 / 18:37 Uhr:
Hallo Falk Ich bin sicher, das Werbung uns unbewußt beeinflußt.
Es gibt auch Negativwerbung. Es gab mal eine Werbung für eine Lebensversicherung, die ich äußerst geschmacklos fand ("Papi, wenn du stirbst kaufe ich mir ein Pony" ... oder so ähnlich).
Die hat mich tierisch aufgeregt und scheinbar haben außer mir auch noch viele andere Menschen dem Konzern unfreundliche E-mails dazu geschrieben.
Die Werbung wurde mit einer Erklärung des Konzerns abgesetzt, doch ich bezweifel, das sich späterhin noch alle daran erinnern werden, WARUM ihnen der Name der Versicherung bekannt ist.
Insofern hat diese Werbung ihr Ziel erreicht, obwohl sie geschmacklos und bescheuert war.
Das ärgert mich ... 
Grüßli zum Wochenende
Anmerkung des Webmasters:
Danke für Deinen Kommentar 
Dir auch ein schönes Wochenende!
***

***
zum nächsten Beitrag ... zum vorherigen Beitrag
|
|
Anmerkung zu diesem Weblog:
Dieser Blog ist als Ergänzung zu meiner eigentlichen Website www.falkrichter.de gedacht.
Weitere Informationen bei den FAQs
Zu erreichen unter:
www.psycho-blog.net
oder
chill.to/Psycho-Blog

|